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verzerrte Energiewelten

11.08.2017

Die Symbolik der VSE Energiewelten lässt an der Neutralität zweifeln.

Der VSE stellt mit seinem Projekt Energiewelten ein Analyseinstrument vor, welches einerseits Grundlage für Empfehlungen an den Bund bildet, andererseits intern und nach aussen Orientierung geben soll. Dabei wäre es natürlich wichtig, dass die Untersuchung objektiv durchgeführt wird. Leider erscheint das schon bei kurzer Betrachtung der Ausführungen zweifelhaft, wie an folgenden Beispielen verdeutlicht werden soll.

Als Symbol für die verschiedenen Szenarien (vom VSS Welten genannt) werden Stühle genommen, vom bequemen Sessel bis zum einfachen Holzstuhl. Es wird also ganz klar impliziert, dass es Szenarien gibt, bei denen es unbequem wird, z.B.  in der "Lokale World", ganz im Gegensatz zur "Trust World", wo man auf einem Ledersessel sitzen kann.

Wer sich den Erkenntnissen und Ausblick zuwendet, findet auch noch andere Hinweise auf die Einseitigkeit der Untersuchung. Schon in der Zusammenfassung wird die "Local World" mit in Klammer gesetzter Beurteilung als einzige mit einem Nachteil / Kritik versehen. Alle anderen Szenarien werden vergleichsweise neutral geschildert.

Was auch unrealistisch ist: Die Welten sind klar voneinander getrennt, was aber keinen Sinn macht, denn besonders die lokale Welt und die digitale Welt passen sehr gut zusammen. Auch Import und lokale Produktion können sich wunderbar ergänzen. Es wird ausserdem der Eindruck erweckt, als könnten wir völlig frei entscheiden, welches Szenario wir wollen, so als wäre der altbewährte Fernseh-Sessel mit den Grosskraftwerken weiterhin eine Option. Ich frage mich nur, was das denn für Grosskraftwerke sein sollen. Die Rahmenbedingungen des weltweiten Klimawandels und anderer Einflüsse werden bei einfacher Betrachtung nicht erwähnt.

Die VSE Untersuchung sind trotzdem interessant. Sie zeigen, dass es weiterhin Verfechter von neuen Atomkraftwerken gibt, denn andere Grosskraftwerke sind in der Schweiz noch weniger mehrheitsfähig.  Wichtig bei der Lektüre ist, dass man einen kritischen Blick bewahrt und sich nicht durch Assoziationen, falsche Bilder  und überholte Szenarien beeinflussen lässt.

VSS Energiewelten

 

Christina Marchand, CEO myNewEnergy

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